Usability-Test

Ein Usability-Test ist eine Beobachtung, bei der Personen aus der Zielgruppe konkrete Aufgaben an einem Produkt erledigen, während ihr Vorgehen aufgezeichnet wird. Gemessen wird, ob die Aufgabe gelingt, wie lange sie dauert und wo Umwege entstehen.

Ein Usability-Test ist keine Umfrage. Eine Umfrage erfasst Meinungen über ein Produkt. Ein Usability-Test erfasst Verhalten am Produkt. Menschen sind schlechte Prognostiker ihres eigenen Verhaltens — deshalb liefern beide Methoden regelmässig gegenläufige Ergebnisse.

Was ist der Unterschied zu UX-Research?

UX-Research klärt vorab, welches Problem gelöst werden soll und wie Menschen heute damit umgehen. Ein Usability-Test prüft eine bereits gebaute Lösung darauf, ob sie bedienbar ist. Research kommt vor dem Entwurf, der Usability-Test danach.

Diese Verwechslung ist teuer: Ein Usability-Test kann bestätigen, dass ein Formular gut bedienbar ist — und übersieht, dass niemand dieses Formular braucht. Die Frage nach dem Bedarf beantwortet nur Research.

Wie viele Personen braucht ein Usability-Test?

Weniger als die meisten erwarten. Für die Suche nach Bedienproblemen genügen in der Regel fünf bis acht Personen je Zielgruppe, weil sich die schwerwiegenden Probleme schnell wiederholen. Für Aussagen über Anteile — wie viele scheitern — braucht es deutlich grössere Zahlen.

Wie läuft ein Usability-Test ab?

  • Aufgaben festlegen — realistisch formuliert, ohne die Lösung zu verraten.
  • Teilnehmende rekrutieren — aus der echten Zielgruppe, nicht aus dem eigenen Team.
  • Beobachten statt helfen — wer eingreift, zerstört den Befund.
  • Auswerten nach Schwere — was verhindert den Abschluss, was ärgert nur.
  • Umsetzen und nachmessen — sonst bleibt der Test ein Bericht.

PIXELS führt Usability-Tests in Luzern moderiert und unmoderiert durch und überführt die Befunde direkt in Entwürfe — der Bericht ist Zwischenschritt, nicht Ergebnis.

Was kostet ein Usability-Test?

Der Aufwand hängt weniger an der Technik als an der Rekrutierung. Ein unmoderierter Test mit fünf Personen aus einer verfügbaren Zielgruppe ist in wenigen Tagen erledigt. Aufwendig wird es, wenn schwer erreichbare Rollen gebraucht werden — Fachärztinnen, Einkaufsleiter, Anlagenbetreiber.

Der grösste Kostenfaktor ist ein Test, der nichts ändert. Deshalb gehört vor dem Test die Frage geklärt, wer die Befunde umsetzt und in welchem Zeitraum.

Ein Usability-Test lässt sich auch ohne fertiges Produkt durchführen. Ein Papierentwurf oder ein klickbarer Prototyp reicht aus, um zu erkennen, ob Begriffe verstanden werden und ob die Reihenfolge der Schritte einleuchtet. Je früher der Test stattfindet, desto günstiger ist die Korrektur.

Am teuersten ist der Test, der erst nach dem Launch stattfindet: Dann sind die Entscheidungen gebaut, bezahlt und im Zweifel schwer rückgängig zu machen.

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