Wann zitiert die KI eure Website? Drei Merkmale, die ihr selber setzt

Abstrakte Grafik: links eine Liste aus fünf grauen Balken, der zweite hervorgehoben, rechts eine Seite mit drei magentafarbenen Quadraten, als Bild für eine gefundene Seite und die drei Merkmale Thema, Preis und Datum.

Stand: 12. Oktober 2026

Am 5. Oktober hat ECHO, unser Messsystem für KI-Antworten, die Startseite von pixels.ch und unsere Seite zu CMO als Service geprüft, diese auf Deutsch und auf Englisch. Auf keiner davon steht ein Preis oder ein sichtbares Datum. Genau diese zwei Dinge empfiehlt ECHO unserer Kundschaft seit dem 20. August für die wichtigsten Seiten. Auf der eigenen Website haben wir es bis heute nicht gemacht.

Der Rat stützt sich auf eine kontrollierte Studie zur Optimierung für KI-Antworten, kurz GEO, erschienen an der Fachkonferenz SIGIR ’26. Hat eine KI zwei gefundene Seiten zur selben Frage vor sich, geben laut dieser Studie vier Merkmale den Ausschlag, welche sie zuerst zitiert. Weitere wirken schwächer mit. Drei der vier habt ihr selber in der Hand: ob die Seite zum Thema passt, ob ein Preis darauf steht und ob das Datum aktuell ist. Das vierte ist die Position in der Trefferliste. Wie sauber eine Seite gegliedert ist, spielte bei dieser Wahl keine Rolle. Ob eure Seite überhaupt in die Trefferliste kommt, hat die Studie nicht untersucht.

Wie wurde das gemessen?

Die Studie heisst «What Gets Cited» und stammt von Rahul Vishwakarma, Shushant Kumar und Ratnesh Jamidar (arXiv 2605.25517). Alle drei arbeiten bei Sprinklr, einem Anbieter von Software für Kundenkommunikation.

Die drei liessen GPT-4o 100 Produktbesprechungen aus 50 Konsumgüter-Kategorien zusammenstellen und ersetzten alle Marken durch erfundene Namen. So zieht kein Modell eine Seite vor, nur weil es die Marke kennt. Daraus bauten sie Paare von Fassungen, die sich in genau einem Punkt unterschieden, etwa mit und ohne Preis. Alles andere blieb gleich, die Länge wich höchstens um fünf Prozent ab.

Jedes Modell bekam beide Fassungen als Suchergebnis vorgelegt, mit der Anweisung, nur diese zu verwenden. Die Autoren zählten, welche Fassung es zuerst zitierte. Dabei vertauschten sie jeweils die Reihenfolge. In fast neun von zehn Antworten stand ohnehin nur eine Quelle. Die Studie testete 18 Merkmale an sechs Modellen, drei aus der GPT-5-Reihe sowie Gemini 2.5 Flash, Claude 3.5 Sonnet und Kimi K2 Thinking. Zusammen sind das 252’000 Durchläufe. Bei Auswertungen echter Websites unterscheiden sich zwei Seiten in vielen Punkten zugleich. Welcher davon den Ausschlag gab, bleibt offen.

Bei vier der 18 Merkmale waren sich alle sechs Modelle einig. Gemini und Claude entschieden bei Thema, Preis und Datum so eindeutig, dass die Studie dafür keinen genauen Wert mehr angibt.

Was, wenn die KI eure Seite gar nicht findet?

Eine Suchmaschine haben die Autoren nie aufgerufen, die zwei Seiten waren vorgegeben. Für das Gefundenwerden gilt das Ergebnis darum nicht.

Fehlt eure Seite unter den Quellen einer KI-Antwort, gibt es zwei mögliche Gründe. Entweder hat die Suche hinter der KI sie nicht gefunden, oder sie hat sie gefunden und eine andere vorgezogen. In der App seht ihr den Unterschied nicht. Für den ersten Fall empfehlen die Autoren klassische Suchmaschinenoptimierung, mehr dazu in GEO statt Ranking. Welche fremden Quellen in der Schweiz oft an eurer Stelle stehen, zeigt «Wen zitiert die KI in der Schweiz?». Um den zweiten Fall geht es ab hier.

Merkmal 1: Die Seite passt zur Frage

Nehmen wir ein Malergeschäft mit einer Seite «Leistungen», auf der Innenräume, Fassaden, Tapeten, Schimmel und Farbberatung nebeneinander stehen. Fragt jemand die KI, was der Anstrich einer Einfamilienhaus-Fassade kostet, passt diese Seite nur am Rand.

In der Studie war der Unterschied gröber. Die eine Fassung handelte vom gefragten Produkt, die andere von anderen Produkten. Alle sechs Modelle zogen die passende vor. Fassungen mit den Begriffen aus der Frage oder mit gründlicherer Behandlung lagen bei den meisten Modellen ebenfalls vorne, mit kleinerem Abstand.

Ab hier ist es unsere Lesart. Eine eigene Seite «Fassade streichen» mit Ablauf, Wetterfenster, Kostenrahmen und Lebensdauer hat bessere Karten als die Sammelseite.

Prüfliste

  • Steht die Antwort in den ersten zwei Absätzen, vor Firmengeschichte und Teamfoto?
  • Behandelt die Seite ein Thema oder fünf?

Merkmal 2: Ein Preis, der als Zahl dasteht

Beim Preis zog kein einziges Modell die Fassung ohne Zahl vor. Die Studie zeigt dazu einen Text über einen Fitnesstracker, der mit «Contact us for pricing details» endet. Das Prüfschema der Autoren markiert ihn als «Preis fehlt». Auf Schweizer Websites heisst derselbe Satz «Preis auf Anfrage». Für die KI ist das genauso wenig ein Preis.

Dienstleister, die jedes Angebot neu rechnen, kommen in der Studie nicht vor. Wir würden das Ergebnis trotzdem übertragen und auf die Seite stellen, was ehrlich geht. Das kann eine Spanne sein, ein Ab-Preis oder ein durchgerechnetes Beispiel mit den Annahmen dahinter. Wer an Privatkundschaft verkauft, nennt den Preis inklusive MWST. Den Ab-Preis muss es zudem tatsächlich geben. Wo Werbevorschriften Preisangaben einschränken, gehen sie vor.

Bei den ECHO-Tarifen halten wir uns selber daran. Die laufende Messung kostet ab CHF 140 im Monat, bei Jahreszahlung ab CHF 119 im Monat, jeweils exkl. MWST, weil ECHO an Firmen verkauft. Bis Ende 2026 läuft eine kostenlose Pilotphase, die Bedingungen stehen im Preisabschnitt unserer ECHO-Website.

Prüfliste

  • Steht auf jeder Seite, die verkaufen soll, mindestens eine Zahl in Franken?
  • Wenn ein fester Preis nicht geht, gibt es eine Spanne oder ein Rechenbeispiel?
  • Steht die Zahl als Text im ausgelieferten HTML, lesbar ohne Klick, Download und Formular, statt in einem Bild oder einem Rechner?

Merkmal 3: Ein Datum, das stimmt

Beim Datum hat die Studie drei Fälle getrennt. Stand auf der einen Fassung 2026 und auf der anderen 2019, gewann die neue bei allen sechs Modellen, meist mit grossem Abstand. Gegen eine Fassung ganz ohne Datum hatte das neue Datum nur bei drei Modellen einen gesicherten Vorteil. Zwischen einem alten Datum und gar keinem fanden die Autoren kaum einen Unterschied.

Der grosse Unterschied liegt also zwischen neu und alt. Ins Gewicht fallen Daten, die sichtbar auf der Website stehen, obwohl niemand mehr hinschaut. Das ist der Ratgeber mit «Stand März 2021», die Preisliste 2022 als PDF oder die News-Spalte, deren letzter Eintrag vom Firmenjubiläum handelt. Löschen hilft dabei nicht, bei einem Artikel gehört das Datum dazu. Entweder zieht ihr den Inhalt nach und setzt ein neues Datum, oder die Seite bleibt mit ihrem alten als Archiv stehen.

Ein neues Datum über alte Preise zu setzen, macht aus einer veralteten Seite eine falsche. Dazu sagt die Studie nichts. Es gehört trotzdem hierher, weil am Ende ein Mensch die Seite liest und dem Preis darauf glaubt.

In der Studie stand das Datum im Text, den das Modell las. Sichtbar heisst darum zuerst im Inhalt, mit einem Zusatz wie «Stand» oder «Zuletzt aktualisiert». Google empfiehlt, dasselbe Datum mit identischem Wert in den strukturierten Daten zu hinterlegen. Das hilft Google beim Einordnen. Dass es bei der KI zusätzlich etwas bewirkt, ist nicht belegt.

Prüfliste

  • Steht im Inhalt ein Datum mit einem Zusatz wie «Stand» oder «Zuletzt aktualisiert»?
  • Stehen auf der Website noch sichtbare Daten aus Jahren, in denen niemand mehr hingeschaut hat?
  • Trägt der Code dasselbe Datum, als <time datetime> im Text und als dateModified?
  • Gibt es einen festen Termin, an dem jemand zuerst den Inhalt prüft und erst danach das Datum ändert?

Das vierte Merkmal setzt ihr nur indirekt

Auch bei der Position in der Trefferliste gewann fast immer die obere Seite. Im Test haben die Autoren diese Reihenfolge selber festgelegt. Im Alltag kann sie niemand von aussen direkt setzen. Sie hängt vom Ranking der Suche ab, die das Modell vor seiner Antwort auslöst. Dort wirkt klassische Suchmaschinenoptimierung.

Hinter diesen vier folgt eine zweite Reihe mit kleineren Effekten, jeweils bei vier oder fünf der sechs Modelle. Dazu gehören konkrete technische Angaben, Belege für Behauptungen, sichere statt ausweichender Formulierungen, ein Text ohne Widersprüche und der Vergleich mit Alternativen. Für einen Dienstleister heisst das, Leistungsumfang, Dauer und Material hinzuschreiben.

Wo wir selber danebenlagen

Am 20. August haben wir in ECHO eine Seitenprüfung eingeführt, die sich auf diese Studie stützt. Sie prüfte sichtbare Preise, ein aktuelles Datum und ob die Antwort als Liste oder Vergleich dasteht. Im Eintrag dazu schrieben wir, das sei es, «was wirklich darüber entscheidet». Für den dritten Punkt stimmte das nicht. Die Studie findet für die Gliederung einer Seite bei keinem Modell einen Effekt. Wir hatten in die Studie etwas hineingelesen, das nicht drinsteht.

Gefunden hat den Fehler ein Faktencheck unserer eigenen Marketingtexte im August. Ins Produkt kam die Korrektur am 9. September, knapp drei Wochen nach der Einführung. Seither schlägt die Seitenprüfung keine Liste mehr vor. Die letzten älteren Massnahmen-Texte mit diesem Rat haben wir am 2. Oktober ersetzt. Den alten Eintrag und die Korrektur findet ihr beide im Änderungsprotokoll von ECHO.

Mit dem Prüfpunkt ist allerdings auch der Vergleich aus unserer Seitenprüfung verschwunden. ECHO hatte nur die Form geprüft, also ob eine Aufzählung oder Tabelle auf der Seite steht. Ob ein Text andere Angebote zum Vergleich heranzieht, hat die Studie dagegen als eigenes Merkmal getestet. Es half bei vier von sechs Modellen, jeweils schwächer als Thema, Preis und Datum. Die Autoren empfehlen es ausdrücklich für die eigene Website. Die Seitenprüfung in ECHO fragt heute nicht danach. Diese Lücke haben wir mit der Korrektur selber gerissen.

Für eure Website lohnt sich ein ehrlicher Vergleich mit Alternativen trotzdem, sobald Thema, Preis und Datum stimmen, ob als Tabelle, Liste oder Absatz. Getestet ist er allerdings an Produktbesprechungen, nicht an Anbieter-Websites. Listen bleiben dort sinnvoll, wo sie beim Lesen helfen. Ob eine klare Gliederung hilft, überhaupt gefunden zu werden, hat die Studie nicht geprüft.

Was die Studie nicht sagt

Vier Einschränkungen betreffen den Aufbau. Die Studie vergleicht immer zwei Seiten, echte Systeme holen oft fünf bis zehn oder mehr. Die Marken waren erfunden, im Alltag zieht ein Modell bekannte Marken womöglich vor. Ob das Ergebnis für Dienstleistungen, B2B-Angebote oder deutschsprachige Schweizer Seiten gilt, prüft die Studie nicht. Und die Modelle liefen über ihre Programmierschnittstellen, teils in älteren Versionen, nicht in der App, die ihr im Browser öffnet.

Dazu kommt die Auswertung. Gemessen ist das erste Zitat, nicht die Empfehlung. Beim Datum lagen sieben Jahre zwischen alt und neu, ob schon ein halbes Jahr zählt, bleibt offen.

Bleibt der Absender. Nach eigenen Angaben haben die Autoren ihre Prüfliste in einem frühen internen Pilot bei Sprinklr erprobt. Die Arbeit ist an einer begutachteten Konferenz erschienen, die Methode offen beschrieben. Ein Interesse daran, dass die eigene Prüfliste wirkt, haben sie trotzdem. Wir mit ECHO auch.

Häufige Fragen

Wir haben keine Listenpreise. Sollen wir trotzdem Zahlen zeigen?

Die Studie hat nur Produkte mit Marktpreisen getestet. Für Dienstleister reicht oft schon eine Spanne oder ein Rechenbeispiel, bei dem die Annahmen offen dabeistehen. So bekommt die Frage nach den Kosten auf eurer Seite eine Antwort in Franken.

Warum zitiert ChatGPT unsere Website nicht, obwohl wir bei Google gut dastehen?

Weil zwei Stufen dazwischenliegen. Zuerst muss die Suche, die der KI-Dienst vor seiner Antwort auslöst, eure Seite finden. Ein gutes Google-Ranking garantiert das nicht. Prüft auch, ob eure Website die Crawler der KI-Dienste hereinlässt, in der robots.txt und in der Firewall. Erst danach zählen Thema, Preis und Datum.

Gilt das auch für die KI-Übersichten von Google?

Das hat die Studie nicht untersucht. Gemini 2.5 Flash war dabei, aber als Sprachmodell mit zwei vorgegebenen Seiten, nicht als KI-Übersicht über den Google-Treffern.

Zum Schluss

Anfangen könnt ihr mit einem Durchgang durch eure wichtigsten Seiten. Beantwortet jede eine Frage, steht auf den Seiten, die verkaufen sollen, eine Zahl in Franken und stimmt das Datum? Ob das bei euch etwas bewegt, zeigt erst eine Messung vorher und nachher, über mehrere Wochen. KI-Antworten schwanken von Lauf zu Lauf, die Studie hat aus diesem Grund jeden Vergleich fünfmal wiederholt.

Diese Messung macht ECHO. Es stellt ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity in festen Abständen eure Fragen. Dann zeigt es, ob eure Seite in der Antwort als Quelle vorkommt. Bei ChatGPT und Claude zeigt es zusätzlich, ob sie schon im Suchergebnis der KI stand und nicht gewählt wurde. Eine kostenlose Erstmessung könnt ihr auf echo-cockpit.com/de anfragen.

Unsere eigene Startseite zeigt bis heute weder Preis noch Datum. Wer uns daran erinnert, hat recht.

Quellen

  1. Vishwakarma, Kumar, Jamidar: What Gets Cited: Competitive GEO in AI Answer Engines. Proceedings SIGIR ’26, Melbourne, 2026, DOI 10.1145/3805712.3808445. Kontrollierte Studie, 252’000 Durchläufe über sechs Sprachmodelle, Autoren bei Sprinklr. https://arxiv.org/abs/2605.25517
  2. Google Search Central: Datum der Verfasserzeile in der Google Suche beeinflussen. https://developers.google.com/search/docs/appearance/publication-dates
  3. ECHO, Änderungsprotokoll «Neu in ECHO», Einträge vom 20. August und 9. September 2026. https://echo-cockpit.com/de/neu
  4. Eigene Prüfung: ECHO-Seitenprüfung von pixels.ch auf Preis und Datum, 5. Oktober 2026.
  5. ECHO, Tarife und Pilotphase, geprüft am 6. Oktober 2026. https://echo-cockpit.com/de#pricing